Nach Pablo Neruda
Über den Grundriss geneigt sende ich meines Sprengwerks feinste Spiegel aus
Dort im höchsten Lichtmaß brennt und dehnt sich meine Heiterkeit die einem laufenden Hund gleich um sich schlägt.
Ich sende Eisenklinker und armierte Segel zu den Dachreitern deiner grüngelben Gauben
um wie ein Hochschiff an des Hornwerks Haustein zu fliegen
Du aber hütest nur Formziegel und Fussleisten [Mann] so fern und mein Aus deinem Leib taucht manches Mal der Mörtel ionisch ankernder Ordnung
In den Spiegel geneigt sende ich meiner Bewehrung koppelnde Ochsenaugen und einen Handlauf aus
in diese Festung die mein gefügeltes Füllholz blendet.
Die Trommeln der Nacht lösen die ersten Sperrfugen auf die zirkelnd schwinden wie mein Schildbogen während ich dich liebe.
Fensterrosen und Fischblasen auf weiter Schwelle verstreuend
feiert die Freitreppe ein gefasster First.


Portugal the man – feel it still








Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,
du mein tieftiefes Leben;
dass du weisst, was der Wind dir will,
eh noch die Birken beben.
Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,
lass deine Sinne besiegen.
Jedem Hauche gieb dich, gieb nach,
er wird dich lieben und wiegen.
Und dann meine Seele sei weit, sei weit,
dass dir das Leben gelinge,
breite dich wie ein Feierkleid
über die sinnenden Dinge.
Rainer Maria Rilke, 19.1.1898, Berlin-Grunewald

